Die Lagerverwaltung – wir klären alle Fragen zum Thema

Juni 24, 2016

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Was ist Lagerverwaltung (Definition)?

Lagerver­waltung meint die Steuerung, Organisation und Überwachung aller Lager­prozesse, d. h. aller verän­dernden Maßnahmen im Lager.

Welche Aufgaben und Funktionen hat eine Lagerverwaltung?

Eine Lagerver­waltung hat vielfältigste Aufgaben, da Sie Anschluss an die verschiedensten unternehmens­internen Bereiche bietet.
Grundsätzlich kann man mit Hilfe der Lagerver­waltung die drei essentiellsten Fragen in der Lagerung von Gütern klären:
          Wohin? Organisation aller Lagervor­gänge: Einlagern, Umlagern und Auslagern
          Wo?  Suche von Artikel­stellplätzen
          Wie viel? Direktes Entnehmen von allen Lagerkenn­zahlen: Mindest-, Melde- und Höchstbestand
Diese drei Aspekte bilden die Grund­lage für weitere unabdingbare Prozesse im Unter­nehmen wie die Komissionierung und die Inventur.

Was sind FiFo, LiFo und Durchschnittsverfahren?

Während eines Geschäfts­jahres werden häufig gleiche Produkte zu unterschied­lichen Preisen nachgekauft. Am Ende der Wirtschafts­periode stellt sich die Frage, zu welchem Preis der Rest­bestand bewertet werden soll. FiFo, LiFo und das Durchschnitts­verfahren stellen Regeln dar, diesen Sach­verhalt allgemein­gültig zu klären.

Beispiel: Im aktuellen Wirtschafts­jahr kaufen wir zwei Kaffee­maschinen. Die Erste kostete 30 Euro, die Zweite 32 Euro. Leider wurde am Ende des Jahres nur eine verkauft. Mit welchem Wert wird die zweite Maschine eingelagert?
[contact-form-7 id=“8408″ title=“Kontaktformular Warenwirtschaftssystem“]

Was ist ein Lagerverwaltungssystem?

Ein Lagerverwaltungs­system ist eine Software zur Abbildung aller Waren­bewegungen im Unter­nehmen. Man unterscheidet zwei Arten von Lagerverwaltungs­programmen:
reine Lagerverwaltungs­systeme (auch: Warehouse Management System)
integrierte Suite-Systeme, bei denen die Lagerverwaltung in ein Warenwirtschaftssystem integriert ist
Alle Daten des Verkaufs (Aufträge, Lieferungen), Einkaufs (Bestellungen, Waren­eingänge) sowie Material­entnahmen für die Fertigung werden automatisiert gesammelt, geordnet und übersichtlich dargestellt.

Wo bestehen die Unterschiede zwischen reinen und integrierten Lagerverwaltungssystemen?


Ein reines Lagerverwaltungs­system ist ein in sich geschlossenes Software-System. Es kann nur durch komplexe technische Schnitt­stellen mit möglichen anderen Software-Programme im Unter­nehmen verbunden werden.
Integrierte Lagerver­waltungssysteme hingegen sind in einem Warenwirtschafts­system eingebunden. Alle Daten die in der Produktion aus
Lagerver­änderungen und Beständen gesammelt werden, werden für andere Benutzer in anderen Abteilungen bereit­gestellt und für kommende Schritte weiter­verarbeitet.

Welche Vorteile hat ein integriertes Lagerverwaltungssystem?

Ein integriertes Lagerverwaltungs­system bringt viele Vorteile mit sich:

Welche Hilfsmittel gibt es zusätzlich zum Lagerverwaltungsprogramm?

Es gibt bereits verschiedene Hilfs­mittel, die die Arbeit an der Lager­front stark vereinfachen. Es gibt unter­schiedliche Lösungen – die am häufigsten genutzten sind:
das Barcode-Lesegerät
Applikationen für Smartphones
Mittels Artikel­nummern, Barcodes, EAN- oder Serien­nummern können die Geräte den Artikel identifizieren. Die Daten für Waren­vorgänge werden je nach Ausprägung des Geräts später per Daten­kabel übertragen oder ohne Zeitver­zögerung mittels Bluetooth oder WLAN in die Daten­banken der Lager­verwaltung eingespeist.
Rücksendungen, Einlagerungen, Lieferbelege, Retour­belege etc. können dank automatisierter Beleg­anlage und häufig einer Packzettel-Druck-Funktion zeit­sparend und effizient verwaltet werden.

Was ist eine mobile Datenerfassung (MDE) bzw. Lagerverwaltung?

Die Kurzform MDE steht für mobile Datenerfassung. In der Industrie, dem Handel und der Logistik wird dieses Konzept erfolgreich zur Optimierung von Geschäfts­prozessen eingesetzt. Insbesondere bei der Lager­verwaltung ist
der Einsatz von mobilen Terminals und Handheld-Computern mittler­weile unerlässlich, um anfallende Daten digital zusammen­zutragen. Ausgereifte Lagerver­waltungsprogramme bieten eine bereits integrierte mobile Daten­erfassung an.

Die wichtigsten Vorteile der mobilen Daten­erfassung im Lager:
keine Zettelwirtschaft mehr
jederzeit Überblick über Artikel­bestände und die Verfügbarkeit der Lager­plätze
auf dem MDE-Gerät sind  jederzeit Bestands­abfragen möglich, welche Artikel in welcher Menge an dem gescannten Lagerplatz vorhanden sind
Warenzu- und -abgänge werden im Lager von Anfang an mittels MDE-Gerät digital erfasst und an das Warenwirtschaftssystem übergeben

Wie und wo finde ich die passende Lagerverwaltungssoftware für mein Unternehmen?

Der erste Schritt um ein passendes Lagerver­waltungssystem zu finden besteht darin, klar zu definieren welche Vorstellungen Sie an die Software haben. Das bedeutet:
direkte Kosten durch den Kauf des Programms
indirekte Kosten durch Schulungen von Mitarbeitern und mögliche Produktivitäts­verluste zu Beginn
Sind diese Parameter geklärt, kann mit der eigentlichen Suche begonnen werden.

Für wen ist ein Lagerverwaltungssystem geeignet?

Lagerver­waltungssysteme sind in der Regel für alle Unter­nehmen zu empfehlen die die Lagerung von Gütern (und deren Prozesse) abbilden müssen.

Sobald Produkte für einen gewissen Zeitraum eingelagert werden, können ohne Software­lösung Ungenauig­keiten auftauchen. Durch Lagerverwaltungs­programme werden Fehler­quellen reduziert und genaue Echt-Zeit-Lager­bestände können jederzeit abgerufen werden.
Vor allem für große, komplexe Lager ist ein Lagerver­waltungssystem unerlässlich um Artikel­stellplätze schnell ausfindig zu machen, was zu einer Zeiter­sparnis und einer damit einhergehenden Effizienz- und Produktivitäts­steigerung führt.

Unter­nehmen mit Online-Shops können durch ein Lagerver­waltungssystem einen schnellen, reibungs­losen logistischen Ablauf garantieren. Informations­fehler über nicht vorrätige Artikel im Online-Shop können auf ein Minimum reduziert werden. Über eine entsprechende Schnitt­stelle ist der Online-Shop direkt an das Lagerverwaltungs­system gekoppelt.

Was kostet ein Lagerverwaltungssystem?

Bei dieser Frage kann man nicht pauschal beantworten welche Kosten auf Sie zukommen werden, denn dies ist von verschiedenen Faktoren abhängig:
vorhandene IT-Infrastruktur: Wird bereits Software im Unter­nehmen verwendet?
Ausprägung: Wird eine komplexe oder eine einfache Lager­verwaltung benötigt?
Funktionsumfang: Werden Zusatz­module oder Barcode-Scanner benötigt?
User-Anzahl: Wie viele Mitarbeiter werden mit der Software arbeiten?
Eingewöhnungszeit: Wie gut werden Ihre Mitarbeiter in der Einführungs­phase unterstützt?
Wichtig ist jedoch, dass Sie diese Fragen beantworten können, ein Budget für die Einführung festlegen und dieses klar Ihrem Anbieter kommunizieren damit es am Ende keine bösen Überraschungen gibt.

Manche Anbieter bieten monatliche Mietmodelle an, bei manchen muss man die Software per Einmal­zahlung erwerben. Für eine ungefähre Orientierung kann man sagen, dass beim Mietmodell für 1 PC-Arbeitsplatz für die Waren­wirtschaft mit integrierter Lagerver­waltung ca. ab 30 € im Monat einzuplanen sind und bei einer Einmal­zahlung mindestens ca. 500 €, je nach Anforderungen auch bis zu 5.000 € und mehr.
Ohne eine konkrete Bedarfs­analyse vorab, bleiben es jedoch nur grobe Orientierungs­werte. Bei größeren Software­projekten werden oft sog. Projekt­preise vereinbart.

Hinweis: Beachten Sie bitte, dass je nach Vertriebs­modell der Software-Hersteller weitere Kosten für die Implementierung und den Software-Support durch einen autorisierten Fach­händler vor Ort entstehen können.

Ist eine Freeware Lagerverwaltung in Excel oder Access sinnvoll?

Eine Lagerver­waltung in Excel oder Access ist in der Regel nicht empfehlenswert.

Der Grund: Bestimmte dynamische Prozesse können gar nicht oder nur umständlich mit statischen Programmen wie Excel oder Access abgebildet werden, zum Beispiel:
verschiedene Lager­standorte
verschiedene Restbestands­bewertungen (LiFo, FiFo, Durchschnittsverfahren)
Lagerart
Größen- oder Gewichts­einschränkungen bei Einlagerung
Mitarbeiter­verwaltung
Wareneingangs- und Warenaus­gangskontrolle
Serien­nummern-, Mengen-, Chargenverwaltung
Bestell­wesen
Verfallsdaten
Inventurart
Es bedarf sehr tiefgreifenden Kennt­nissen im Microsoft-Office-Bereich, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen.

An dieser Stelle sollte man sich jedoch die Frage stellen, ob sich der enorme Zeit­aufwand lohnt oder ob es sinnvoll ist, in eine an Ihr Unter­nehmen angepasste Lagerverwaltung zu investieren, die mit Ihren Unternehmens­strukturen mit wächst.
Sie haben Fragen? Sprechen Sie uns
gerne an: webseiten.selectline.eu/selectline.de/test/unternehmen/kontakt
Dieser Artikel beantwortet die häufigsten Fragen, die uns zum Thema Lagerver­waltung erreicht haben.

Über den Autor:

Klara Ross

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