Neue Vertriebswege in der Floristik: Wie ein Florist aus Sinzig mit SB-Kasse und neuen Ideen dem Geschäftssterben begegnet

September 7, 2026
Hände arrangieren rosa und weiße Blumen mit Grünpflanzen auf einem Arbeitstisch
Wie neue Vertriebswege die Floristik zukunftsfähiger machen und eine Branche sich über modernen Verkaufswegen neu erfindet.

Teilen:

Wie neue Vertriebswege die Floristik zukunftsfähiger machen und eine Branche sich über modernen Verkaufswegen neu erfindet

Wer heute ein Floristikfachgeschäft führt, spürt den Druck an vielen Stellen gleichzeitig: weniger Laufkundschaft, steigende Kosten, zurückhaltender Konsum und vor allem der Mangel an Mitarbeitenden. Manche Betriebe halten an Routinen fest, weil sie Angst vor Veränderungen haben. Andere stellen sich eine ehrlichere Frage: Wie bleibt unser Handwerk auch in Zukunft sichtbar, erreichbar und wirtschaftlich?
Hans-Jürgen Meyer gehört zur zweiten Gruppe. Er führt das Geschäft Floristik und Ambiente Meyer bereits in zweiter Generation, ist staatlich geprüfter Gestalter für Blumenkunst und setzt konsequent darauf, Floristik weiterzudenken, ohne das Handwerk aus den Augen zu verlieren. Im Gespräch redet er über das Geschäftssterben in der Branche, über die Rolle von Technik und darüber, warum es nicht reicht, „nur ein bisschen digital“ zu sein.

„In unserer Branche gibt es ein großes Sterben“ – warum Stillstand keine Option ist

Meyer, spricht sehr offen über die Lage in der Floristik und nimmt den Negativtrend wahr: „In unserer Branche gibt es ein großes Sterben an Blumengeschäften.“ Und das sei nicht einfach eine Phase, die vorbeigeht. Wer sich nicht neu erfindet, werde es schwer haben. „Man muss heutzutage flexibel sein und schnell reagieren, weil ansonsten die Geschäfte schlecht laufen.“

Das klingt klar. Was bedeutet das konkret für den Alltag eines Fachgeschäfts?

Meyer beobachtet, dass Kundengewohnheiten sich verändert haben. Spontankäufe seien rückläufig, gleichzeitig gebe es weiterhin Nachfrage – aber oft zu anderen Zeiten und über andere Kanäle. Wer das ignoriert, verliert Reichweite. Wer es annimmt, kann neue Kundengruppen erreichen und bestehende besser bedienen.

Personalmangel in der Floristik als Realität – und als Auslöser für neue Ideen

Ein Thema, das viele Betriebe umtreibt: Personal. Meyer wurde 2021 mit dem TASPO-Award ausgezeichnet, dem Oscar der grünen Branche. Doch auch er sucht händeringend nach neuen Mitarbeitenden. „Wir finden niemanden mehr“, sagt er. Und genau daraus entsteht der Druck, Abläufe zu vereinfachen und neue Lösungen zu schaffen. Denn Öffnungszeiten lassen sich nicht endlos mit weniger Team stemmen und Beratung ist zwar wichtig, aber nicht in jedem Fall zwingend notwendig.

Für Meyer war das der Anlass, über ergänzende Konzepte nachzudenken: Angebote, die Kundinnen und Kunden nutzen können, auch wenn niemand im Laden steht – ohne dabei Qualität und Kontrolle zu einzubüßen.

Selbstbedienung in der Floristik: SB-Shop und Blumenautomat – Risiko oder Chance?

Aus der Not heraus wurde Meyer erfinderisch. Er setzt bereits seit einiger Zeit auf den BlumOmat, hat mit seinem Selbstbedienungs-Blumen-Shop aber noch einmal einen neuen Ansatz gewagt.  Die Idee war, „einen Blumenautomaten zu schaffen, der begehbar ist, also eine Lösung, die ein klassisches Geschäft ergänzt“, so Meyer. Zunächst hatte er Bedenken, sich selbst Konkurrenz zu machen. In der Praxis zeigte sich aber: Kundinnen und Kunden nutzen beides parallel – Automaten und SB-Laden. Und genau das schafft zusätzliche Kaufmomente, statt sich gegenseitig zu kannibalisieren.

Der große Vorteil liegt für ihn in der Erreichbarkeit: Der SB-Laden ist bis 24 Uhr geöffnet, morgens wieder ab 5 Uhr. „Also haben wir eine komplette Abdeckung“, sagt Meyer. „Es macht uns flexibler.“

Doch wem bringt diese Flexibilität wirklich einen Vorteil?

Beiden Seiten. Denn Kundinnen und Kunden können dann kaufen, wenn es in ihren Alltag passt. Und der Unternehmer seine Ware verkaufen, ohne dauerhaft Personal vor Ort zu haben. Das macht auch die Suche nach neuem Personal einfacher, da die Arbeitszeiten attraktiver gestaltet und flexibler getaktet werden können. Meyer denkt diesen Ansatz jedoch noch weiter: Wenn es in einigen Jahren noch schwieriger wird, Personal zu bekommen, könne man die Beratungstage gezielt bündeln – und den Rest über Self-Service, Abholung und Automat abdecken.

Neue Vertriebswege in der Floristik brauchen ein stabiles Fundament – und genau hier wird Software entscheidend

Viele Floristinnen und Floristen haben Ideen. Doch woran scheitert die Umsetzung? Selbstbedienungs-Shops in der grünen Branche sind aktuell noch die Ausnahme, könnten aber ein erfolgreiches Mittel sein, um das Geschäftssterben zu verhindern.

Meyer bringt auf den Punkt, was viele unterschätzen: Ohne ein System, das alles zusammenführt, werden neue Vertriebswege schnell zu zusätzlicher Arbeit. Für ihn war es deshalb wichtig, „ein Konzept zu haben, bei dem alles aus einer Hand stammt“, also eine Lösung, die Prozesse und Verkaufsstellen verknüpft.

Ein zentrales Thema war die Kasse: Er wollte die bestehende Kasse mit der Selbstbedienungskasse verbinden, sodass die Führung eines zweiten Kassenbuchs entfällt. Artikel sollen zudem nur einmal gepflegt werden und dann überall nutzbar sein: „Ein Artikel, der einmal eingepflegt ist, kann ich jederzeit verwenden.“

Das klingt nach einem kleinen Detail, ist aber in der Praxis entscheidend. Denn neue Kanäle bringen nur dann Entlastung, wenn sie nicht im Hintergrund neue Inselprozesse erzeugen.

Online bestellen, flexibel abholen: Wenn Floristik sich an Lebensrealitäten anpasst

Ein besonders interessantes Beispiel aus dem neuen Alltag mit Selbstbedienungsladen, mit dem auch der Experte in diesem Ausmaß nicht gerechnet hat, ist die Online-Bestellung mit anschließender Abholung im SB-Shop.

 „Bitte stellen Sie den Strauß in den SB-Laden, den hole ich am Montag ab.“ So, oder so ähnlich lauten viele der Kommentare der Kunden im Bestellfeld des Online-Shops. Für Meyer und sein Team eine dankbare Aufgabe: Die Ware wird vorbereitet, mit einem separaten Barcode versehen und kann später abgeholt werden, ohne dass jemand im Laden stehen muss. „Das gibt halt wieder neue Perspektiven“, sagt Meyer.

Gerade für Fachgeschäfte ist das spannend: Es verbindet die handwerkliche Qualität individuell gebundener Sträuße mit den modernen Kunden-Erwartung an ein flexibles Einkauferlebnis.

Wirtschaftlichkeit sichern, ohne Qualität zu verlieren: Transparenz bei Preisen und Kalkulation

Ist die digitale Preisauszeichnung eine Lösung für wirtschaftlicheres Arbeiten?

Meyer beschreibt ein Problem, das viele Betriebe kennen: Floristinnen und Floristen binden Sträuße so, dass sie schön sind und dem Kunden gefallen. Oftmals steckt dadurch aber unbemerkt zu viel Warenwert im Strauß. Ein Satz von ihm dazu bleibt hängen: Der Strauß sei „für den Kunden gut gebunden, aber nicht für den Chef.“

Die Lösung: Digitale Preisauszeichnung und strukturierte Erfassung – damit „Beiwerk richtig berechnet“ wird und Kundinnen und Kunden nachvollziehen können, „wie der Strauß sich zusammensetzt“. Das schafft Transparenz, reduziert stille Verluste und hilft, Qualität wirtschaftlich tragfähig anzubieten.

Digitalisierung in der Floristik: Wo sollten Floristinnen und Floristen starten, die digitaler werden wollen?

Viele Betriebe spüren die Notwendigkeit sich neu aufzustellen, wissen aber nicht, wo sie anfangen sollen.
Meyer empfiehlt hier den Austausch und eine realistische Planung. Er erzählt von Kolleginnen und Kollegen, die ihn nach einem Social-Media-Post zu seinem neuen SB-Laden massenhaft angeschrieben haben. Sein Punkt: Niemand setzt solche Konzepte „nebenbei“ um.

Wer einen Schritt in neue Vertriebswege wagt, braucht Klarheit, Unterstützung und einen IT-Partner, der nicht nur Software liefert, sondern mitdenkt.

Warum Terra als Softwarepartner neue Vertriebswege unterstützt

Wenn man neue Wege geht, braucht es Verlässlichkeit. Auf die Frage, warum er auf Terra setzt, nennt Meyer zuerst die Betreuung: „Für mich ist natürlich die persönliche Betreuung ausschlaggebend“, und hebt hervor, dass er seit mehr als 20 Jahren immer eine sehr gute Beratung und Unterstützung bei der Umsetzung seiner Projekte erhält, sodass diese auch im Tagesgeschäft funktionieren.

Und genau hier schließt sich der Kreis: Floristikfachgeschäfte müssen sich weiterentwickeln. Aber sie müssen es so tun, dass der Alltag dadurch leichter wird, nicht komplizierter. Dafür braucht es Ideen, Mut und ein System, das diese Entwicklung mitträgt.

Fazit: Zukunft entsteht nicht durch „mehr Arbeit“, sondern durch klügere Strukturen

Die Erfolgsgeschichte von Floristik und Ambiente Meyer zeigt, wie Floristikfachgeschäfte dem Geschäftssterben etwas entgegensetzen können: mit neuen Vertriebswegen, die zur Lebensrealität der Kundschaft passen, und mit Prozessen, die im Hintergrund stabil laufen und so mehr Zeit für die kreative Arbeit lassen.
Oder, wie Hans-Jürgen Meyer es formuliert: „Man muss heutzutage flexibel sein und schnell reagieren.“ Wer das ernst nimmt, kann aus Veränderung wieder Handlungsspielraum machen – und dem Handwerk eine Zukunft geben.

Über den Autor:

SelectLine Group Marketing
Das Marketing-Team der SelectLine Group verfügt über langjährige Erfahrung im Bereich ERP-Software und recherchiert mit großer Leidenschaft relevante und spannende Themen rund um Unternehmenssoftware und digitale Prozesse. Mit fundiertem Know-how und einem Auge für Trends möchten wir unsere Leser auf diesem Blog regelmäßig mit wertvollen Einblicken und praxisnahen Informationen unterstützen.

Das könnte auch interessieren

  • Von links nach rechts: Markus Förder, CFO der SelectLine Holding GmbH; Amar Mousa, CEO der SelectLine Holding GmbH und Geschäftsführer der Dietrich’s Technology GmbH; Florian Rücker, Vice President der Dietrich’s Technology GmbH.
    Oktober 15, 2026

    Es wächst zusammen, was zusammengehört: Dietrich’s Technology wird Teil der SelectLine Holding 

  • KI-Hilfe entwickelt sich weiter
    Oktober 7, 2026

    KI-Hilfe in SelectLine wird immer besser – und das ganz ohne Update

  • Oktober 7, 2026

    SelectLine Service Operations baut Führungsebene aus

  • SelectLine und der FCM setzen ihre erfolgreiche Partnerschaft auch in der neuen Saison fort.
    August 6, 2026

    SelectLine Software GmbH ist auch in der Saison 2026/27 Bronzepartner des 1. FC Magdeburg

Kontakt

Jetzt Kontakt aufnehmen

SelectLine Holding GmbH

Otto-von-Guericke-Straße 67

D-39104 Magdeburg

+49 391 5555-080

info@selectline-holding.com

Software

Unternehmen

Wir sind die SelectLine Group